Erste Hilfe auf der Skipiste 

Zu schnell gefahren, Hügel übersehen oder Kurve nicht gekriegt: Auf der Piste passieren viele Unfälle. Wenn Sie an einen heranfahren, müssen Sie helfen. So reagieren Sie richtig.

Bild stammt von ergo-versicherung richtiges-verhalten bei skiunfall erste hilfe auf der piste, abgerufen am 07.02.2026

 

Unfall auf der Skipiste 

Bei einem Skiunfall gilt:

Die Unfallstelle umgehend 5-10 Meter oberhalb mit gekreuzten Skiern/Snowboard sichern, nach dem xABCDE Verletzte vor Kälte schützen (Isolierung, Rettungsdecke),

Umgehend erste Hilfe leisten und den Pistenrettungsdienst (Nummer auf dem Skipass) oder 112/144 rufen. Verletzte nicht unnötig bewegen, besonders bei Verletzungen von Rücken und/oder Nacken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
  • Sichern: Unfallstelle oberhalb mit gekreuzten Skiern/Snowboard markieren. Ggf. weitere Skifahrer als Helfer stoppen. Ist die Unfallstelle direkt unter einem Hügel, dann die Ski oberhalb des Hügels aufstellen.
  • Überblick verschaffen: Zustand der Person prüfen (Blutung ersichtlich, Bewusstsein, Atmung, Schmerzen).
  • Notruf absetzen (112 / 144 / Pistenrettung):
    • Wo ist es passiert? (Pistenname, Nummer, in der Nähe von...).
    • Was ist passiert?
    • Wie viele Verletzte?
    • Welche Verletzungen?.
  • Erste Hilfe & Kälteschutz:
    • Sichtbare Verletzungen versorgen (Druckverband bei Blutungen).
    • Wichtig: Verletzte vor Unterkühlung schützen (Jacken unterlegen, mit Rettungsdecke zudecken).
    • Bei Brüchen/Verletzungen an Gliedmaßen: Ruhigstellen.
    • Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage, auch wenn der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung besteht. Ist der Patient ansprechbar, dann in dieser Position belassen.
  • Warten: Bei Verletzten bleiben, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Wichtige Nummern (Bergrettung):
  • Schweiz: 144 (Allgemein), 1414 (Rega)
  • Österreich: 140
  • Italien: 118
  • Europa-Notruf: 112

 

Am häufigsten = Knochenbrüche 

Sportlerinnen und Sportler verletzen sich immer wieder beim Skifahren oder Snowboarden, wobei jährlich etwa 36.000 bis 38.000 Unfallopfer medizinisch versorgt werden müssen. ufige Unfallursachen sind mangelnde Erfahrung sowie unzureichende körperliche Fitness. Viele überschätzen ihre Fähigkeiten, verzichten auf ein ausreichendes Aufwärmen und sind mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs. Dies führt zu Stürzen oder Kollisionen mit anderen auf der Piste. Dabei zählen Knochenbrüche und Sehnenverletzungen zu den häufigsten Folgen von Skiunfällen. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass durch die zunehmende Nutzung von Helmen Kopfverletzungen seltener geworden sind. Um Verunglückten im Falle eines Unfalls schnell und wirksam helfen zu können, solltest du die hier aufgeführten Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Skifahren beachten.

(vgl. Malteser.de, erste Hilfe beim Skiunfall, Rettung auf der Piste, abgerufen am 07.02.2026)

 

Pistenunfälle

Laut einer Analyse der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) verunfallen jährlich durchschnittlich etwa 87'000 der rund 2,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer, die Ski oder Snowboard fahren, auf den heimischen Pisten. Dabei wird der Rettungshelikopter der Rega in nur etwa ein bis zwei Prozent der Fälle benötigt. Die Rega rückt pro Jahr zwischen 1'300 und 1'700 Mal für verunfallte Wintersportler aus. Diese Zahl variiert je nach Wetterlage und Schneebedingungen. Betrachtet man die insgesamt durchgeführten Helikoptereinsätze der Rega, zeigt sich keine Zunahme der Einsätze. Im Gegenteil: In den letzten 15 Jahren ist der Anteil der Rettungseinsätze r Wintersportler im Vergleich zur Gesamtanzahl sogar leicht zurückgegangen.
 
(Abgerufen über die Rega Website am 07.02.2026)

 

Zuerst die Unfallstelle absichern

Die Sicherung hat bei der Ersten Hilfe höchste Priorität – insbesondere in den Bergen und auf der Piste. Daher ist es entscheidend, als erste Maßnahme den Unfallbereich abzusichern, um weitere Gefahren zu vermeiden und sowohl dich selbst als auch das verletzte Unfallopfer und andere Wintersportler zu schützen. Dazu platzierst du ein Paar Ski etwa fünf bis zehn Meter oberhalb der Unfallstelle über Kreuz im Schnee. Falls sich der Unfall direkt hinter einer Kurve oder unterhalb eines Hügels ereignet hat, sollte die Markierung entsprechend vor der Kurve beziehungsweise oberhalb des Hügels angebracht werden. Besonders wichtig: Wenn die Unfallstelle schmal, unübersichtlich oder sehr steil ist, kann es nach sorgfältigem Abwägen notwendig sein, das Unfallopfer zum Pistenrand zu bringen. Dies sollte jedoch nur erfolgen, wenn das Opfer keine Kopf-, Nacken- oder Rückenverletzungen erlitten hat. Andernfalls könnte die Bewegung die Verletzungen verschlimmern, was schlimmstenfalls katastrophale Folgen haben könnte.

(vgl. Malteser.de, erste Hilfe beim Skiunfall, Rettung auf der Piste, abgerufen am 07.02.2026)

Vitalzeichen des Unfallopfers checken

Bevor du den Notruf wählst, verschaffe dir zunächst einen schnellen Überblick über den Zustand des Unfallopfers. Ist die Person ansprechbar? Atmet sie normal und regelmäßig? Sind die Atmung und der Puls stabil? Gibt es sichtbare Verletzungen oder offene Wunden? Behe dich unbedingt, Hilfe zu organisieren, und mache andere Skifahrerinnen und Skifahrer aufmerksam. Idealerweise werden der Notruf und Erste-Hilfe-Maßnahmen gleichzeitig eingeleitet. Ist das Unfallopfer bewusstlos, aber die Vitalfunktionen sind stabil, bringe es in die stabile Seitenlage und verständige sofort die Bergrettung. Falls die Person nicht mehr atmet, beginne ohne Verzögerung mit einer Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung – jede Minute hlt!
Wichtig: Mund zu Mund Beatmungen werden nur durchgeführt wenn du eine Beatmungsmaske hast. Ohne Maske ist keine Beatmung Mund zu Mund empfohlen. In einem solchen Fall kannst du ausschließlich die Herzdruckmassage durchführen, ohne Pausen für die Mund-zu-Mund-Beatmung zu machen. Massiere das Herz durchgehend, dabei musst du den Kopf der betroffenen Person überstrecken, um die Atemwege offen zu halten.

(vgl. Malteser.de, erste Hilfe beim Skiunfall, Rettung auf der Piste, abgerufen am 07.02.2026)

 

Pisten- oder Flugrettung

Mit dem Schlitten ins Tal oder bei schwereren Unfällen mit der Rega direkt ins Krankenhaus? Im Normalfall liegt diese Entscheidung bei den Pistenrettern des jeweiligen Skigebiets. hrend grundsätzlich jeder zu jeder Zeit die Rega direkt alarmieren kann, ist es bei den meisten Pistenunfällen sinnvoller, zunächst den örtlichen Pistenrettungsdienst zu verständigen. Die entsprechende Telefonnummer finden Sie auf Ihrem Skipass. Die Pistenpatrouilleure sind bestens in der Ersten Hilfe ausgebildet, vertraut mit der Umgebung und erfahren in der Zusammenarbeit mit den Crews der Rega. Sie wissen daher genau, welche Möglichkeiten und Grenzen der Einsatz eines Rettungshelikopters bietet.
 
(Abgerufen über die Rega Website am 07.02.2026)
 
 
 

1414 - wenn jede Sekunde entscheidend ist 

 
Die direkte Alarmierung der Rega über die Notrufnummer 1414 ist in Situationen ratsam, in denen es auf höchste Geschwindigkeit ankommt und jede Sekunde zählt. Dies ist beispielsweise bei Lawinenunglücken oder bei Unfällen sowie akuten Erkrankungen mit lebensbedrohlicher Gefahr der Fall, wie etwas bei einem vermuteten Herzinfarkt oder Schlaganfall.
 
(Abgerufen über die Rega Website am 07.02.2026)